Warum ERASMUS+ Jugend in Aktion so wichtig ist?

Beim Antrag für die Förderung unserer Arbeit durch die Stadt Leipzig stieß ich auf die folgende Übersicht: ” Warum Erasmus+ JUGEND IN AKTION so wichtig ist?” Man könnte sie gut ergänzen durch eine Grafik mit der Überschrift: “Warum die Förderung internationaler Jugendarbeit nach SGB 8 §11 durch die Kommunen so wichtig ist?” Beispielsweise ermöglicht erst diese, die europäische Förderung vor Ort richtig fruchtbar zu machen. Denn die aufwendigen europäischen Prozeduren brauchen Fachkräfte für die Umsetzung. Außerdem ermöglicht erst die kommunale Förderung eine Etablierung von Netzwerken von Trägern, (Ober-) Schulen und offener Jugendarbeit, die die internationale Jugendarbeit auch für Zielgruppen zugänglich machen, die nicht das Abitur anstreben. Daher hoffen wir darauf, dass die wachsende Stadt Leipzig die internationale Jugendarbeit auch weiter fördert und die Förderung ausbaut.

Das Projekt „Wir weit weg“ begibt sich unter das Dach des KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V.

„Wir weit weg“ ist das Motto, unter dem Schülerinnen und Schüler von drei Leipziger Oberschulen zusammen mit ihren Coaches International – Studierende mit Erfahrungen in der internationalen Jugendarbeit – internationale Jugendbegegnungen entwickelten und durchführten. 2016 trafen sich drei Gruppen aus Leipzig mit Jugendlichen in Spanien und Italien. Gemeinsam mit ihren gleichaltrigen Gastgebern verbrachten sie acht Tage mit vielen spannenden Workshops und Ausflügen. Sie sammelten viele Eindrücke und merkten, dass ihr Englisch viel weiterträgt als ihre LehrerInnen meinen und es sich wirklich lohnt Fremdsprachen zu lernen. Vor allem aber hatten sie zusammen sehr viel Spaß. Nicht nur eine Mutter meinte nach der Rückkehr, sie habe ihr Kind noch nie so glücklich nach Hause kommen sehen.

Die Vorbereitung dieser Begegnungen war aufwendig. Über ein Jahr trafen sich die Leipziger Gruppen an einem Nachmittag in der Woche mit ihren Coaches. Gemeinsam überlegten sie, wo die Reise hingehen soll. Sie suchten Partnerorganisationen im Ausland, bemühten sich erfolgreich um eine Förderung der Begegnungen über das Programm ERASMUS+ der Europäischen Union und entdeckten in Leipzig viele Angebote der außerschulischen Bildung.

Initiiert worden war das Projekt von der freischaffenden Theaterpädagogin Katharina Wessel und der damals noch existierenden Fachstelle Internationale Jugendarbeit des Amts für Jugend Familie und Bildung der Stadt Leipzig. Die Koordinatorin und die Coaches wurden während der Projektlaufzeit von drei Partnereinrichtungen in Leipzig unterstützt: der JugendKulturWerkstatt JoJo, dem Geyserhaus e.V. und dem KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V. Die wöchentlichen Treffen sowie eine Aufwandsentschädigung für die Coaches ermöglichte der Innovationsfonds des Kinder- und Jugendplan des Bundes.

Nachdem sich Mitte 2016 abzeichnete, dass die Initiatorinnen das Projekt nicht weiterführen wollen, meldete sich eine Gruppe der Coaches um Babette Pohle beim Wettbewerb Startsocial an. Im Zuge des Beratungsstipendiums wollten sie überlegen, wie es mit dem Projekt weitergehen könnte. Denn eins war klar, das erfolgreiche Projekt sollte wenn irgend möglich weitergeführt werden. „Für die Coaches wäre es reizvoll gewesen einen eigenen Verein zu gründen, um das Projekt selbst in der Hand zu haben und es als eigene Marke platzieren zu können.“ sagte Dianna Tillmann. Babette Pohle ergänzt: „Es überwog allerdings der Wunsch gleich mit den Jugendlichen weiter arbeiten zu können. Die Gründung eines eigenen Vereins hätte bestimmt ein Jahr Kapazitäten gebunden. Daher entschlossen wir uns, uns dem KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V. anzuschließen, dessen Projektleiter Internationale Arbeit uns bereits 2015/16 tatkräftig unterstützt hatte.“

Christian Schmidt-Rost, Projektleiter Internationale Arbeit, freut sich darüber sehr: „Gemeinsam wollen wir „wir weit weg“ weiterentwickeln. Unsere Erfahrungen aus dem Schuljahr 2017/18 werden wir dann außerdem in einem Handbuch veröffentlichen, dass es auch anderen Organisationen ermöglichen wird, das Projekt in ihrem Umfeld umzusetzen. So hoffen wir, dazu beizutragen, dass möglichst viele Jugendliche eine internationale Erfahrung machen können. Denn das großartige an diesem Projekt ist, dass Jugendliche für internationale Begegnungen begeistert werden, die nicht das Abitur anstreben und die bisher viel seltener an internationalen Projekten teilnehmen.“

Für das Schuljahr 17/18 suchen wir noch drei Partnerschulen – Eine in Leipzig und zwei in Leipziger Land oder Chemnitz. Geplant ist, dass das Projekt in den kommenden Jahren wächst und auch noch an weiteren Schulen aktiv werden wird. Interesseierte Schulen können sich bei Christian Schmidt-Rost, Projektleiter Internationale Arbeit melden.

Ebenfalls suchen wir noch weitere engagierte Coaches. Interessierte sollten mitbringen: fünf Stunden Zeit pro Woche, Spaß an der Arbeit mit Jugendliche auf Augenhöhe, idealerweise etwas Erfahrung in der internationalen Jugendarbeit. Allerdings ist es ein Projekt, in dem auch die Coaches viel lernen können. Interessierte melden sich ebenfalls bei Christian Schmidt-Rost.

 

Murs Murs 2015 / Herausforderungen Mauern 2015

Murs Murs 2015 / Mauern Herausforderungen 2015 war ein Projekt für Jugendliche und junge Erwachsene aus Belgien, Bosnien und Herzegowina, Deutschland, Frankreich und Palästina. Alle 38 Teilnehmenden und ihre 10 Betreuer fanden sich am 30. Juli 2015 in Frohburg ein, um gemeinsam 10 Tage miteinander zu verbringen.

Einige der Teilnehmenden kannten sich schon von einer Begegnung im Vorjahr in Frankreich. Alex wiederum ist dabei, weil ihm eine Freundin vorgeschwärmt hatte. Und am Ende meinte er:  “Es war herzlich, familiär und einfach viel Spaß und das obwohl wir auch viele ernste Themen besprochen haben.” Continue reading “Murs Murs 2015 / Herausforderungen Mauern 2015”