Mehrwert und Gelingensbedingungen von wir weit weg: Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation (2018-2019)

Zwischen Oktober 2018 und Dezember 2019 wurde das Projekt wir weit weg durch den Lehrstuhl Medienkompetenz- und Aneignungsforschung der Universität Leipzig evaluiert. Die verschiedenen Akteursgruppen aus dem Durchgang 2017 bis 2019 – Teilnehmende, Coaches, Schulsozialarbeiter*innen und die Projektkoordination – wurden quantitativ und qualitativ zu ihren Erfahrungen aus dem Projekt befragt.

Insgesamt hatte, so ein Ergebnis der Evaluation, das Projekt für die Mehrheit der befragten Teilnehmenden (21 von 24) einen hohen Stellenwert und sie sind „stolz auf das Projektergebnis“.

Mehrwert für die Teilnehmenden

Neben den geringen Kosten für die teilnehmenden Jugendlichen stellten die Steigerung des Selbstvertrauens, der Ausbau von interkulturellen Kompetenzen, Team- und Kommunikationsfähigkeiten, der Abbau von Sprachbarrieren und neue Freundschaften den Mehrwert des Projekts für die Teilnehmenden dar. Einige von ihnen können sich nun vorstellen, ein Praktikum oder einen Freiwilligendienst im Ausland zu absolvieren oder selbst als Coach/Teamer*in aktiv zu werden.

„Also die Begegnung war für mich selber sehr UNVERGESSLICH. Es war eine der schönsten Zeiten, ich habe das Land kennengelernt, habe neue Persönlichkeiten kennengelernt, habe einfach Eindrücke von anderen Lebensweisen bekommen und habe auch ein bisschen GELERNT oder mal über mein Leben nachgedacht, weil es ist ja nun mal dort so ist, dass jetzt nicht jeder von denen ein Handy hatte und die haben sich das halt geteilt und sind trotzdem glücklich, da habe ich schon so nachgedacht, vielleicht brauche ich jetzt doch nicht unbedingt ein iPhone oder so” (Zitat Teilnehmerin).

Mehrwert für die Coaches

Auch die ehrenamtlichen Coaches zogen für sich viel Mehrwert aus dem Projekt. Neben persönlichen Kompetenzen wie Selbstvertrauen und Stressbewältigung nahmen sie Berufserfahrungen für die Arbeit mit (Jugend-)Gruppen, im Bereich Zeitmanagement und Kommunikation sowie in der Förderantragstellung mit.

„Ich habe viel gelernt darüber, wie es ist, vor Gruppen aufzutreten und gerade auf jeden Fall mein Selbstbewusstsein wurde dadurch gestärkt und ich habe auch das Gefühl, dass ich mir mehr zutraue auf jeden Fall. Ich glaube, ich bin entspannter geworden und muss nicht alles im Vorhinein durchgeplant haben, sondern habe gelernt, dass es auch gelingen kann, wenn es ein bisschen spontaner ist.“ (Zitat Coach*in)

Mehrwert für die Schulen

Für die Schulen ist es vor allem die Internationalisierung des Schulprofils sowie die Anschlussfähigkeit der im Projekt gesetzten Themen im Unterricht, die die Schulleitungen überzeugten, das Projekt bei sich anzugliedern. Außerdem sehen sie es als eine kostengünstige Möglichkeit für die Schülerinnen und Schüler ins Ausland zu gehen, die sie sich selbst erarbeiten:

„Ich war sehr erstaunt über dieses Angebot und ich denke, dass das eine recht einmalige Chance ist so etwas, ja, zu bekommen. Eine Gruppe, die sich selbst ein Ziel erarbeitet, sich intensiv selbst darauf vorbereitet und das insofern auch nicht einfach nur geschenkt kriegt, sondern daran arbeitet und sich auch die Reise ein stückweit verdient dadurch, aber dass eben so gut wie keine Kosten durch die Familien entstehen und die Schüler also diese Chance haben“ (Zitat Schulleitung).

Gelingensbedingungen

Um das Projekt wir weit weg in der eigenen Organisation umzusetzen, ist es hilfreich, die eigenen Ressourcen auf ein paar Gelingensbedingungen zu untersuchen. Die folgenden Gelingensbedingungen für die Projektumsetzung hat die wissenschaftliche Evaluation ergeben:

  • Finden von Schulen als Projektpartner
  • Auswahl qualifizierter Coaches
  • Motivation von Schüler*innen zur Teilnahme am Projekt
  • Sicherstellung der finanziellen Mittel zur Projektumsetzung
  • Finanzielle Ressourcen für Arbeitskräfte
  • Transparente Aufgaben- und Rollenerwartungen aller Projektbeteiligten und Konsens bezüglich deren Einhaltung
  • Feste Ansprechpartner*innen mit ausreichend Kapazitäten zur Lösungsfindung
  • Strukturierte und nachhaltige und transparente Kommunikation

Wenn dritte Organisationen zukünftig das Projekt bei sich umsetzen wollen, bieten wir ihnen an, sie mit unseren Erfahrungen aus den vergangenen fünf Jahren zu unterstützen.

Kontakt

Mail: international@kv-leipzig.de

Telefon: 0341 92607353