End global warming! Eine trilaterale Jugendbegegnung in Finnland

Hallo an alle, hier ist Sander!

Ich bin gerade zurück nach Leipzig gekommen, nach ein paar Tagen in Finnland, wo wir ein Projekt über Klimaschutz hatten, wo ich teilgenommen habe. Es war eine sehr schöne Erfahrung, und ich glaube, dass was wir gemachen haben, kann ich euch auf unser Website erzählen.

Am dritten Januar, habe ich und die anderen deutschen Teilnehmenden unsere Reise nach Tampere, Finnland gestartet. Unsere Startpunkte waren Hauptbahnhof Leipzig, wo wir mit dem Bus nach Berlin Tegel gefahren sind. In Berlin Flughafen haben wir ein bisschen gewartet, bevor wir unseren Flug nach Finnland antraten. Von dem Flughafen in Helsinki sind wir mit einem Bus nach Tampere gefahren, und nach zwei Stunden in dem Bus waren wir in Tampere. Wir sind in der Nacht angekommen, und wir waren alle ganz müde, und alle sind schnell schlafen gegangen.

Zum Glück, haben wir am nächsten Tag erst um 13:00 Uhr angefangen, so konnten alle lange schlafen. Nach schlafen und essen waren wir alle bereit für das Projekt, und weil wir viele Teilnehmende aus verschiedenen Ländern waren, haben wir viele Namensspiele gespielt. Der Ort, an dem wir zum ersten Mal übernachteten, lag etwas außerhalb der Stadt. Der Ort hatte viel schöne Natur, und zu unserer Freude gab es auch Schnee!
An dieser Stelle befand sich auch eine Sauna direkt am See. Die Teilnehmenden, die das mochten, konnten fast jeden Tag in die Sauna gehen, und viele Leute haben die Sauna benutzt. Die tapfersten konnten sich sogar in den See eintauchen, bevor sie wieder in die Sauna liefen.

Wir hatten auch unserer kulturellen Abende an diesem Ort, und jedes Land hatte jeweils einen Abend, um über ihr Land zu erzählen. Jeder machte die Präsentation anders, und es gab uns die Möglichkeit, mehr über das Land des anderen zu lernen. Mit den kulturellen Abenden folgte auch traditionelles Essen, und es war aufregend und lustig, traditionelles Essen aus verschiedenen Ländern zu probieren.

Was ich, als ein Norweger, ein bisschen komisch fand, war das Essen. In Norwegen ist es ganz normal, Mittag um 16:00-17:00 Uhr zu essen. Die Teilnehmenden aus Finnland erzählten mir, dass es auch normal in Finnland ist, und in dem Projekt hatten wir essen um 17:00 Uhr. Es war auch immer eine vegetarische und vegane Optionen, für die Leute die kein  Fleisch essen, und alle waren glücklich.

Vegetarisches Essen war auch ein wichtiges Thema in dem Projekt, und wir haben viel darüber gesprochen, wie schlecht Fleisch-produktion für die Welt ist. Ein anderes wichtiges Thema in dem Projekt war fast-fashion, Recycling, Lebensmittelverschwendung, Plastik und klimafreundliches Reisen. Wir haben viel über diese verschiedenen Themen gelernt, und die Themen waren auch ein wichtiger Teil auf unser Veranstaltung, die wir am letzten Tag in Tampere machen sollten.

Die Teilnehmer teilten sich in Gruppen auf, in denen sie wählen konnten, wie sie arbeiten wollten. Eine Gruppe drehte einen Film über Plastik und Recycling, andere schrieben über die Klimasituation in Griechenland, Deutschland und Finnland, während einige ein Quiz machten, um diejenigen herauszufordern, die beschlossen, zu unserer Veranstaltung zu kommen.

Ein paar Tage vor unserer Veranstaltung, sind wir ins Stadt-Zentrum von Tampere gefahren, wo wir in einem Hostel wohnten. Es war sehr schön, und wir waren zentral gelegen, mit kurzer Entfernung zum Jugendzentrum und den Geschäften. An unserem ersten Tag hatten wir viel Freizeit, und es war eine schöne Gelegenheit zu shoppen.

Ein Ding fand ich echt cool, dass wir früher im Projekt über fast-fashion gesprochen haben, und, dass die Kleider-Industrie sehr schlecht für das Klima ist. Viele Leute hatten niemals früher einen Second-Hand-Shop besucht, aber wir fanden einen in Tampere, und fast alle Leute waren in dem Laden, und viele Teilnehmende kauften neue Klamotten für einen günstigen Preis.

An unserem letzten Tag hatten wir die Veranstaltung, die wirklich gut lief! Viele Jugendliche aus Tampere und der Jugendrat von Tampere waren angereist. Jede Gruppe präsentierte ihre Arbeit und es war wirklich cool zu sehen, wie viel sie gelernt hatten und wie kreativ sie mit ihren verschiedenen Beiträgen waren. Wie bereits erwähnt, machten einige Gruppen ein Video, andere ein Quiz, und wir sammelten alle Plastik, die wir an diesem Tag verwendeten, für die Veranstaltung, und legten alles in die Mitte des Bodens. Viele Jugendliche fanden die Menge an Plastik schockierend und es war eine schöne Erinnerung daran, wie viel unnötiges Plastik wir in unserem täglichen Leben verwenden.

Nach der Veranstaltung versammelten sich alle Leiter und Teilnehmer zu einem Treffen über den Ablauf. Es war ziemlich klar, dass die Teilnehmer den Jugendaustausch mochten und dass sie einen neuen machen wollten, so dass alle Leiter den Raum verließen und die Teilnehmer dann 30 Minuten Zeit hatten, einen neuen Jugendaustausch für sich zu entwerfen. Als wir zurückkamen, hatten sie wirklich gute Arbeit geleistet, und Liisa (die Leiterin des gesamten Projekts) sagte, dass sie versuchen würde, sich für eine neue zu bewerben, und das zur Aufregung vieler! Danach setzten wir uns alle in einen großen Kreis, und jeder hatte die Gelegenheit, über etwas zu erzählen, was er gelernt hatte. Die Youthpasses wurden auch ausgegeben, und am Ende bekamen wir alle ein Blatt Papier, die wir auf unserem Stuhl liegen lassen konnten, und die Leute konnten sich dann gegenseitig etwas Nettes schreiben.

Nach unserem Treffen, war das Einzige bevor wir abfuhren, unser Abschiedsparty. Es war auch im finnischen Jugendzentrum, und die Leute konnten machen was sie wollten. Manche haben getanzt, manche spielten Karten, manche spielten Billard und manche redeten nur. Es gab auch Snacks und Saft für diejenigen, die wollten, und es war eine schöne Möglichkeit, den großen Jugendaustauch zu beenden.

Unser Bus fuhr nachts um 03:00 Uhr von unserer Herberge ab, sodass diejenigen, die wollten, bis 01:30 Uhr im Jugendzentrum bleiben konnten, während diejenigen, die müde waren, zur Herberge gehen konnten, um etwas Schlaf zu finden. Wir alle kamen schließlich zum Hostel, packten unsere letzten Sachen und bereiteten uns darauf vor, uns von den Finnen zu verabschieden. Viele Leute fanden es herausfordernd, weil sie viele gute Freunde gefunden hatten, und es war amüsant zu sehen, wie gute Freundschaften wir während unseres Aufenthalts geschlossen hatten.

Schließlich fuhr uns unser Bus zum Flughafen, und am Flughafen trennten wir uns von den Griechen. Wir sind dann in Richtung Berlin geflogen und von Berlin aus mit dem Bus zurück zum Leipziger Hauptbahnhof gefahren, wo auch unsere Reise begann.

Ich muss sagen, dass dies vielleicht das Beste war, was ich in meinem ESC-Projekt gemacht habe. Es war eine erstaunliche Erfahrung, und ich habe viel Wissen gesammelt und viele neue Freundschaften geschlossen. Es ist eine Erfahrung, auf die ich nicht verzichten möchte, und ich bin wirklich dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, daran teilzunehmen.

Die trilaterale Jugendbegegnung “End Global Warming” ist im Rahmen des Projekts wir weit weg entstanden und fand vom 3.-12. Januar 2020 in Tampere, Finnland statt. Sie wurde finanziert durch Erasmus+ JUGEND IN AKTION.

Mehrwert und Gelingensbedingungen von wir weit weg: Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation (2018-2019)

Zwischen Oktober 2018 und Dezember 2019 wurde das Projekt wir weit weg durch den Lehrstuhl Medienkompetenz- und Aneignungsforschung der Universität Leipzig evaluiert. Die verschiedenen Akteursgruppen aus dem Durchgang 2017 bis 2019 – Teilnehmende, Coaches, Schulsozialarbeiter*innen und die Projektkoordination – wurden quantitativ und qualitativ zu ihren Erfahrungen aus dem Projekt befragt.

Insgesamt hatte, so ein Ergebnis der Evaluation, das Projekt für die Mehrheit der befragten Teilnehmenden (21 von 24) einen hohen Stellenwert und sie sind „stolz auf das Projektergebnis“.

Mehrwert für die Teilnehmenden

Neben den geringen Kosten für die teilnehmenden Jugendlichen stellten die Steigerung des Selbstvertrauens, der Ausbau von interkulturellen Kompetenzen, Team- und Kommunikationsfähigkeiten, der Abbau von Sprachbarrieren und neue Freundschaften den Mehrwert des Projekts für die Teilnehmenden dar. Einige von ihnen können sich nun vorstellen, ein Praktikum oder einen Freiwilligendienst im Ausland zu absolvieren oder selbst als Coach/Teamer*in aktiv zu werden.

„Also die Begegnung war für mich selber sehr UNVERGESSLICH. Es war eine der schönsten Zeiten, ich habe das Land kennengelernt, habe neue Persönlichkeiten kennengelernt, habe einfach Eindrücke von anderen Lebensweisen bekommen und habe auch ein bisschen GELERNT oder mal über mein Leben nachgedacht, weil es ist ja nun mal dort so ist, dass jetzt nicht jeder von denen ein Handy hatte und die haben sich das halt geteilt und sind trotzdem glücklich, da habe ich schon so nachgedacht, vielleicht brauche ich jetzt doch nicht unbedingt ein iPhone oder so” (Zitat Teilnehmerin).

Mehrwert für die Coaches

Auch die ehrenamtlichen Coaches zogen für sich viel Mehrwert aus dem Projekt. Neben persönlichen Kompetenzen wie Selbstvertrauen und Stressbewältigung nahmen sie Berufserfahrungen für die Arbeit mit (Jugend-)Gruppen, im Bereich Zeitmanagement und Kommunikation sowie in der Förderantragstellung mit.

„Ich habe viel gelernt darüber, wie es ist, vor Gruppen aufzutreten und gerade auf jeden Fall mein Selbstbewusstsein wurde dadurch gestärkt und ich habe auch das Gefühl, dass ich mir mehr zutraue auf jeden Fall. Ich glaube, ich bin entspannter geworden und muss nicht alles im Vorhinein durchgeplant haben, sondern habe gelernt, dass es auch gelingen kann, wenn es ein bisschen spontaner ist.“ (Zitat Coach*in)

Mehrwert für die Schulen

Für die Schulen ist es vor allem die Internationalisierung des Schulprofils sowie die Anschlussfähigkeit der im Projekt gesetzten Themen im Unterricht, die die Schulleitungen überzeugten, das Projekt bei sich anzugliedern. Außerdem sehen sie es als eine kostengünstige Möglichkeit für die Schülerinnen und Schüler ins Ausland zu gehen, die sie sich selbst erarbeiten:

„Ich war sehr erstaunt über dieses Angebot und ich denke, dass das eine recht einmalige Chance ist so etwas, ja, zu bekommen. Eine Gruppe, die sich selbst ein Ziel erarbeitet, sich intensiv selbst darauf vorbereitet und das insofern auch nicht einfach nur geschenkt kriegt, sondern daran arbeitet und sich auch die Reise ein stückweit verdient dadurch, aber dass eben so gut wie keine Kosten durch die Familien entstehen und die Schüler also diese Chance haben“ (Zitat Schulleitung).

Gelingensbedingungen

Um das Projekt wir weit weg in der eigenen Organisation umzusetzen, ist es hilfreich, die eigenen Ressourcen auf ein paar Gelingensbedingungen zu untersuchen. Die folgenden Gelingensbedingungen für die Projektumsetzung hat die wissenschaftliche Evaluation ergeben:

  • Finden von Schulen als Projektpartner
  • Auswahl qualifizierter Coaches
  • Motivation von Schüler*innen zur Teilnahme am Projekt
  • Sicherstellung der finanziellen Mittel zur Projektumsetzung
  • Finanzielle Ressourcen für Arbeitskräfte
  • Transparente Aufgaben- und Rollenerwartungen aller Projektbeteiligten und Konsens bezüglich deren Einhaltung
  • Feste Ansprechpartner*innen mit ausreichend Kapazitäten zur Lösungsfindung
  • Strukturierte und nachhaltige und transparente Kommunikation

Wenn dritte Organisationen zukünftig das Projekt bei sich umsetzen wollen, bieten wir ihnen an, sie mit unseren Erfahrungen aus den vergangenen fünf Jahren zu unterstützen.

Hier können Sie den vollständigen auswertungsbericht der Evaluation herunterladen:

Evaluation_wir weit weg_Auswertungsbericht_zur Veröffentlichung

Kontakt

Mail: international@kv-leipzig.de

Telefon: 0341 92607353

Inhalt trifft Form: Multilaterales Fachkräftetraining zu partizipativer Jugendarbeit

Was verstehen wir unter partizipativer Jugendarbeit? Was braucht es dafür und was ist der Mehrwert? Und wie können wir partizipatives Arbeiten in unseren Alltag integrieren? Beim multilateralen Fachkräftetraining „Let Youth Take Control“, welches vom 17. bis 22. November 2019 in Naunhof bei Leipzig stattfand, wurden einige Definitionen erarbeitet und weitere Kooperationsprojekte angestoßen.

“Wir sind uns darüber im Klaren, dass Partizipation von jedem und jeder hier anders verstanden wird. Darum suchen wir nach den gemeinsamen Anknüpfungspunkten“, so Jenna aus Virrat, Finnland und Teilnehmerin beim multilateralen Fachkräftetraining „Let Youth Take Control“. Insgesamt 28 Lehrerinnen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, ehrenamtliche Jugendgruppenleiterinnen und Jugendgruppenleiter sowie Projektkoordinierende aus Portugal, Spanien, Frankreich, Deutschland, Polen, Finnland, Griechenland und Malta beschäftigten sich bei “Let Youth Take Control” mit den Möglichkeiten der partizipativen Gestaltung von internationaler und lokaler Jugendarbeit. Dazu glichen sie zu Beginn die eigenen Vorstellungen und Definitionen von Partizipation ab.

Folgende Definition von Partizipation haben die Teilnehmenden in Gruppen erarbeitet: „Partizipation ist ein gemeinsamer Prozess, bei der die Beteiligten freiwillig an einer Sache auf ein Ziel hinarbeiten. Dieser Prozess ist charakterisiert durch Eigeninitiative, Entscheidungsfindung, Kreativität, Zusammenarbeit und Vertrauen. Durch diesen Prozess werden die Beziehungen in der Gruppe gestärkt, der Prozess macht Spaß und geht mit unterschiedlichen Lernerfahrungen einher. Er bringt Veränderungen, Innovationen, neue Ideen und Problemlösungen mit sich.“

Wie integrieren wir Partizipation in unsere tägliche Arbeit?

Im nächsten Schritt sollte es darum gehen, den Jugendlichen, mit denen die Teilnehmenden des Trainings täglich zu tun haben, Partizipation zu ermöglichen. „All die Jahre haben wir uns auf das Ergebnis, die internationale Jugendbegegnung konzentriert. Doch wäre es für mich viel interessanter, den Fokus auf den Entstehungsprozess zu legen und die Jugendlichen darin einzubinden. Ich bin überzeugt, dass auf diese Weise die Jugendbegegnung viel nachhaltiger wird“, fasst Smaro aus Thessaloniki, Griechenland, ihre Intensionen zur Entwicklung partizipativer Projekte zusammen.

In einem Open Space fanden sich Arbeitsgruppen, die gemeinsam Projekte zu ihren konkreten Anliegen entwickelten.

Entstanden sind

  • eine Kooperation, die in einem weiteren Fachkräfteseminar in Malta Projekte zu lokaler partizipativer Jugendarbeit entwickeln wird;
  • eine Kooperation aus Portugal, Finnland, Polen, Griechenland und Deutschland, die in einer Strategischen Partnerschaft Best Practice von internationaler partizipativer Jugendarbeit austauschen will und das anhand der bestehenden Projekte „Star of Europe“ aus Finnland und „wir weit weg“ aus Deutschland;
  • und eine Kooperation aus Griechenland und Finnland, die eine partizipative internationale Jugendbegegnung entwickeln will.

Grenzen und Chancen von Partizipation

Problematisch sahen einige Teilnehmende die unterschiedlichen Auffassungen von Partizipation, die sie in ihren Herkunftsländern vorfinden und so auch bei den Nationalagenturen, wenn es darum geht, gemeinsam mit anderen Ländern internationale Austauschprojekte zu machen. So fragte sich Jenna: „Wie können wir zusammen Projekte entwickeln, wenn die Entscheidungen über die Projektanträge bei den Nationalagenturen liegen, die in jedem Land andere Ansprüche haben und andere Regeln vorgeben?“

Diese Hürden zu thematisieren und vielleicht ein Stück weit aus dem Weg zu räumen, haben sich die oben genannten entstandenen Kooperationen zur Aufgabe gemacht. Insgesamt zeigten sich die Teilnehmenden jedoch sehr angetan vom partizipativen Arbeiten als solchem: „Wir haben im Prinzip auf zwei Ebenen gearbeitet. Wir haben inhaltlich über Partizipation gesprochen, durch die Form des Open Space haben wir aber gleichzeitig auch eine Methode von Partizipation erlebt und kennengelernt. Das war großartig“, so Camille aus Paris, Frankreich.

Das multilaterale Fachkräftetraining “Let Youth Take Control” wurde gefördert von Erasmus+ JUGEND IN AKTION.

„Man sollte sich immer ein eigenes Bild erstellen“ – über die trilaterale Jugendbegegnung „Youngster Power“

Jugendliche zwischen dreizehn und siebzehn Jahren aus Serbien, Deutschland und Belgien trafen sich vom 9. bis 16. Juli 2019 in den Bergen im Norden Serbiens (Stražilovo) und in der Stadt Šabac. Sie beschäftigten sich mit den Themen „Youth Activism“, „Cultural Diversity“ und „Gender Equality“.

„Wenn ich an Serbien denke, schießen mir viele Bilder durch den Kopf. Mir kommen die schönen Abende, die wir als Gruppe auf dem Berg verbracht haben in den Kopf, ich erinnere mich an die schöne Zeit und die netten Leute und vermisse sie direkt“, erzählt Farag, 17 Jahre, der an der trilateralen Jugendbegegnung „Youngster Power“ teilgenommen hat.

Bei der internationalen Jugendbegegnung wurden verschiedene Methoden der non-formalen Bildung genutzt und es gab vier Workshops – Fotografie, Video, Musik und Theater –, in denen sich die Jugendlichen kreativ mit den Themen der Begegnung auseinandersetzten. Die Theatergruppe hat verschiedene szenische Darstellungen zu „Diskriminierung aufgrund von Geschlechterrollen“ erarbeitet. Die Musikgruppe hat ein Lied über kulturelle Vielfalt und Zwischenmenschlichkeit mit dreisprachigen Strophen und englischem Chorus geschrieben und in Begleitung von selbstgebastelten Percussion-Instrumenten einstudiert. Der Fotoworkshop hat eine Ausstellung zusammengestellt. Die Teilnehmenden haben dafür ihre Umgebung und die Menschen fotografisch festgehalten, um kulturelle Vielfalt in Šabac einzufangen und zudem selber Bilder inszeniert und fotografiert zum Thema „Geschlechter und Diskriminierung“. Die Ergebnisse der Workshops wurden vor der gesamten Gruppe und vor Freund*innen und Kolleg*innen des Partnervereins präsentiert. Die Jugendlichen konnten das Publikum beeindrucken und bewegen.

Das intensive und kreative Miteinander hat die Jugendlichen zusammengeschweißt und zu vielfältigem Austausch angeregt – das bestätigt auch Farag: „Ich habe in Serbien viele Sachen gelernt, viele Leute kennengelernt und mich selbst. Ich habe in mir Sachen entdeckt, die ich früher so nicht kannte und ich war von mir positiv überrascht, dass ich fremde Leute so schnell akzeptieren konnte und sie innerhalb von ein paar Tagen große Bedeutung für mich bekommen haben. Ich habe daraus gelernt, dass man niemals an irgendwelche Gerüchte über andere glauben sollte, man sollte sich immer ein eigenes Bild erstellen, indem man selber Erfahrung sammelt und man wird schnell feststellen, dass die Gerüchte nicht stimmen.“

Zum Abschluss wurde gemeinsam auf die Woche zurückgeblickt und reflektiert, um dann mit neuen Erkenntnissen in die Zukunft zu denken. Den letzten Nachmittag haben die Jugendlichen damit verbracht, eine Rückbegegnung nächstes Jahr in Belgien zu planen. Mit allem, was sie in der Woche erlebt und gelernt haben, konnten sie gemeinsam über ein Thema, Workshops und ein Programm für diese zweite Jugendbegegnung abstimmen. Der erste Schritt ist damit getan und mit der Unterstützung der Teamer*innen werden die Jugendlichen weiter an der Planung und Umsetzung der Rückbegegnung beteiligt sein. Letztlich entscheiden die Jugendlichen selbst, ob und wie ein Wiedersehen in Belgien stattfindet. „Solche Begegnungen würde ich auf jeden Fall weiterempfehlen, denn es ist eine einmalige Chance, neue Freunde zu treffen, die einen eine Woche lang begleiten und mit denen man nach dieser Woche ein neues Wiedersehen suchen will. Dennoch gab es etwas sehr Schlimmes für mich an dieser Reise – und zwar der traurige Abschied“, so Farag.

Text: Fina Wiese und Farag Ghassali

„Fünf Jahre wir weit weg“ – Save the date: 19. November 2019

„Dieses Projekt ist das Beste, was Euch in Eurem Leben passieren kann!“ so die Worte einer stellvertretenden Schulleiterin, an deren Oberschule wir weit weg seit 2014 durchgeführt wird. Sie spricht für eine Reihe weiterer Personen, nicht zuletzt für die teilnehmenden Jugendlichen selbst, für die wir weit weg eine wunderbare Möglichkeit ist, die eigene internationale Jugendbegegnung zu entwickeln, eine erste Auslandserfahrung zu machen, in einer internationalen Gruppe an einem selbstgewählten Projekt zu arbeiten und außerschulische Jugendarbeit kennenzulernen.

In diesem Sinne wollen wir am 19. November 2019 auf die vergangenen fünf Projektjahre zurückblicken, mit ehemaligen und aktuellen Teilnehmenden, Coaches, Projektkoordinierenden, Schulpersonal und Interessierten ins Gespräch kommen und Zukunftsvisionen für die Weiterentwicklung von wir weit weg voranbringen. Mit dabei sind auch Partnerorganisationen aus sieben Ländern, die teilweise schon am Projekt beteiligt waren oder es in Zukunft sein wollen.

Wir laden Sie/Euch herzlich ein, den 19. November 2019 ab 10:00 Uhr zu reservieren und mit uns in der vdi-Garage in Leipzig „Fünf Jahre wir weit weg“ zu feiern und in Workshops in einen aktiven Austausch zu kommen.