Gäste aus der Ukraine

Text: Matthias Heinz (Geschäftsführer KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V.)

Vom 7. bis 10. Dezember besuchte eine Delegation unserer ukrainischen Partner, welche, wie die KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V. auch, Mitglied der europäischen Dachorganisation EAICY sind, Einrichtungen unseres Vereins. Teilnehmende waren eine Professorin der Akademie der Wissenschaften der Ukraine, der Direktor des staatlichen Zentrums für außerschulische Bildung der Ukraine, ein Vertreter des Bildungsministeriums des Landes und ein Vertreter einer außerschulischen Einrichtung.

Gemeinsam wurden Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit und Erfahrungen in der Methodik der Sozialarbeit in Kinder-und Jugendeinrichtungen ausgetauscht. In einer sehr anregenden Arbeitsgesprächsrunde informierten sich beide Seiten darüber hinaus über die Strukturen der Bildungs-und Jugendhilfesysteme der beiden Länder. Die ukrainischen Gäste waren sehr dankbar dafür, mit Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen unseres Vereins vor Ort ins Gespräch zu kommen.

Ein wichtiger Gesprächspunkt war die Gewinnung und Ausbildung von Fachkräften der sozialen Arbeit sowie ein anzustrebender Fachkräfteaustausch. Für den April 2020 wurde bereits jetzt ein Gegenbesuch einer kleinen Delegation unseres Vereins in Kiew abgesprochen, bei denen der begonnene Dialog und der Weg der Zusammenarbeit fortgesetzt werden sollen.

Neben der Bearbeitung der zahlreichen Arbeitsthemen und den Besuchen in Einrichtungen der KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V. blieb auch noch etwas Zeit, die Innenstadt von Leipzig mit Weihnachtsmarkt, das Völkerschlachtdenkmal und auch kulturelle sowie kulinarische Spezialitäten der Stadt Leipzig kennen zu lernen.

Für die Unterstützung bei der Realisierung des sehr erfolgreichen Besuches der ukrainischen Delegation möchten wir uns bei folgenden Kolleg*innen und Partnern der KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V. sehr herzlich bedanken:

Sylke Kirst (GS), Kristina Apitz (Kita „Kleine Füchse), Babette Pohle (Internationale Arbeit), Jacob Gloger (GS), Peter Wetzel (Vorstand), Christian Schmidt-Rost (Internationale Arbeit), Annegret Narr, Benjamin Schwarz (beide OS Paunsdorf), Jochen Janus (Kulturwerkstatt KAOS), der Schulleitung der OS Paunsdorf und dem Vorstand des Inspirata e.V.

EAICY-Netzwerk-Treffen in Sofia

Am 8. und 9. Oktober 2019 fand in Sofia, Bulgarien, die Präsidiumstagung der European Association of Institutions of Non-formal Education of Children and Youth (EAICY) statt.

Mitgliedsorganisationen aus zehn Ländern besprachen die laufende
Projekte, besuchten das Bildungsministerium Bulgariens, begannen die Planungen für das 30-jährige Jubiläum und nahmen ein neues Mitglied auf.
An der Tagung nahmen Frau Babette Pohle (Bereich Internationale Arbeit) und Herr Matthias Heinz (Geschäftsführer) für die KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V. und damit als Vertreter der BR Deutschland in diesem Gremium teil.

„Die Fähigkeiten und Kenntnisse, die für meine Arbeit am wichtigsten sind, habe ich nicht in der Schule gelernt, sondern am Nachmittag, nach der Schule“, so Valdas Jankauskas, Präsident des Netzwerkes EAICY zum Abschluss der Präsidiumstagung in Sofia. Dazu gehörten Selbstbewusstsein, Rhetorik und auch Fremdsprachen, wie Jankauskas weiter ausführte. Damit bestärkte er die EAICY-Mitgliedsorganisationen in ihrer Arbeit — Organisationen der non-formalen Kinder- und Jugendbildung. „Non-formale
Bildung ist die Zukunft. Ich glaube nicht, dass es in fünfzig Jahren noch Schulen geben wird“, so die radikale Schlussfolgerung von Jankauskas.

Während der zweitägigen Präsidiumstagung waren aktuelle und geplante Projekte präsentiert worden, die die einzelnen Mitgliedsorganisationen miteinander durchführen oder gemeinsam entwickeln. Darunter waren eine virtuelle Fotoausstellung, eine Mediadatenbank, ein Fachkräfteaustausch zur Verbesserung der Qualität der Ehrenamtlichenschulung, Fachpublikationen zu non-formaler Bildung sowie die Verbesserung der internen und öffentlichen Kommunikation des Netzwerkes.

Ein Höhepunkt war der Empfang bei der Vize-Ministerin für Bildung und Wissenschaften Bulgariens Tanja Michailova. Sie stellte den Mitgliedern des Netzwerkes das Bildungssystem Bulgariens vor und betonte die Wichtigkeit der non-formalen Bildung. Die Wichtigkeit non-formaler Bildung bestätigte am nächsten Tag auch Silvia Nikolajeva, Professorin für non-formale Bildung an der Universität Sofia: „Unser Ziel ist es nicht, die Studierenden zu Lehrerinnen und Lehrern auszubilden oder ihnen ein fertiges pädagogisches Konzept zu vermitteln. Wir bereiten die Studierenden vielmehr auf zukünftige Arbeitsbereiche vor, die es heute noch gar nicht gibt und die sehen wir vor allem auch im non-formalen Bereich.“

Dass non-formale Bildung die Zukunft ist, wissen die Mitgliedsorganisationen aber nicht erst seit gestern — das Netzwerk wird im Jahr 2021 bereits dreißig Jahre alt. Das soll mit lokalen Veranstaltungen in den Mitgliedsländern gefeiert werden. „Kick-Off“ des Veranstaltungsjahres ist die Generalversammlung des EAICY-Netzwerkes im Oktober 2020 in Leipzig — welche mit dem 30-jährigen Jubiläum der KINDERVEREINIGUNG Leipzig zusammen durchgeführt wird. Es folgen ein Kinder- und Jugendmusikfestival, die Produktion eines Image-Films sowie eine abschließende Fachkonferenz, voraussichtlich wieder in Leipzig.

Das nächste Netzwerktreffen findet im April 2020 in Jerewan, Armenien statt, wo die neue EAICY-Mitgliedsorganisation, das „Yerevan Youth and Children Creative Center“ ihren Sitz hat.

Es braucht ein integriertes Konzept von Selbstverständnis der Organisation inkl. Zielgruppendefinition, Zieldefinition, Angeboten für Mitglieder und potenzielle Mitglieder, konkrete Veranstaltungen und nächste Schritte, sowie ein umfassendes Konzept für Öffentlichkeitsarbeit.

Transeuropäisches Netzwerk non-formaler Bildung EAICY erfährt neuen Aufschwung

Am 15. und 16. Mai 2019 trafen sich Einzelmitglieder und Mitgliedsorganisationen des Netzwerkes für non-formale Bildung EAICY in Prag und entwickelten einen Arbeitsplan für die kommenden Jahre.

„Wir wollen uns in der kommenden Zusammenarbeit fünf Arbeitsschwerpunkten widmen“, so der Geschäftsführer der KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V. Matthias Heinz. Seine Organisation ist eine von ca. 40 Mitgliedern des EAICY-Netzwerkes – European Association of Institutions of Non-formal Education of Children and Youth. „Diese Schwerpunkte sind: der fachliche und methodische Austausch im Bereich non-formaler Bildung; die international angelegte Fachkräftegewinnung inklusive der Entwicklung einer eigenen Ausbildungsstätte, die an mehreren Standorten angesiedelt ist; die Organisation multilateraler Jugend- und Fachkräftebegegnungen; die kinder- und jugendpolitische Arbeit, besonders im Hinblick auf die UN-Kinderrechtskonvention; sowie die interne Kommunikation innerhalb des EAICY-Netzwerkes“, so Matthias Heinz weiter. Der Arbeitsplan gründet sich auf die Handlungsstrategie des Netzwerkes, welche im Jahr 2017 in Krakau von den Mitgliedern erarbeitet worden war.

Die 13 weiteren in Prag anwesenden Mitglieder aus den Niederlanden, Deutschland, Tschechien, Lettland, Litauen, der Slowakei, der Ukraine, Russland und Kasachstan entwickelten bereits konkrete Ideen für die Umsetzung dieses Arbeitsplans. Im Sommer plant ein Vertreter der ukrainischen Partnerorganisation einen Study Visit in Leipzig; zum Oktober 2019 soll ein Erasmus+ Antrag für eine multilaterale Jugendbegegnung zum Thema Partizipation gestellt werden; Methodenaustausche im Bereich „Bildungstourismus“ werden konzipiert; eine weitere Arbeitsgruppe will eine Publikation zur aktuellen Lage der Kinderrechte in den 20 Ländern der Mitgliedsorganisationen schreiben und 2021 – im Jahr des 30-jährigen Jubiläums der EAICY – eine öffentliche Konferenz zum Thema organisieren.

Um die breit gestreuten Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, soll beim nächsten Präsidiumstreffen Anfang Oktober 2019 in Bulgarien der Zwischenstand der Arbeitsgruppen präsentiert werden. Der Präsident des Netzwerkes, Valdas Jankauskas, ist zuversichtlich: „Die EAICY ist mit ihren Mitgliedsorganisationen in West-, Zentral- und Osteuropa in ihrer Zusammensetzung ein einzigartiges Netzwerk mit transeuropäischer Wirkung. Dieses muss erhalten bleiben und weiterentwickelt werden. Und das gelingt vor allem durch regelmäßige Treffen, enge Zusammenarbeit und persönliche Nähe der einzelnen Mitglieder.“

20 Jahre Astana – EAICY Präsidium tagte in der jungen Hauptstadt Kasachstans

Angesichts des 20-jährigen Jubiläums der Stadt Astana und der 30-Jahr-Feier des Palastes für Schulkinder Makhambet Utemisov fand das halbjährig tagende EAICY Präsidium in Kasachstan statt. Dort trafen sich vom 17.05. – 20.05.2018 VertreterInnen von NGOs der internationalen Kinder- und Jugendarbeit aus zehn verschiedenen Ländern wie Georgien, Litauen, Lettland, Bulgarien, Kasachstan, Russland, Niederlande, Ungarn, Deutschland und Südafrika. Es war spannend zu sehen, wie non-formale Kinder- und Jugendarbeit in Astana organisiert und praktiziert wird und welche Unterschiede und Parallelen es zu Deutschland gibt. Bei einem abendlichen Galakonzert in der Pyramide des Friedens und der Eintracht, bei dem unterschiedliche Kinder- und Jugendgruppen traditionelle Tänze und Lieder aufführten, konnten die Ergebnisse der NFE des letzten halben Jahres bestaunt werden. Neben dem Besuch der Kindereinrichtung fand ein Abstecher in das Nationalmuseum Kasachstans statt, bei dem ein umfangreicher Einblick in die geschichtliche Entwicklung des Landes und der Hauptstadt geboten wurde. 

Inhaltlich knüpfte das EAICY Präsidium an die Themen der Tagung in Leipzig an. Dabei wurde ein neues Mitglieder aus Lettland aufgenommen und das Konzept für die länderübergreifende Umfrage wurde finalisiert. Darüber hinaus stellte Litauen das Programm für die am 1. Oktober 2018 in Vilnius stattfindende internationale Konferenz zu dem Thema „How do we educate our future leaders today: emotional intelligence vs. artificial intelligence“, vor. Interessierte der NEF sind ebenfalls herzlich eingeladen an der Konferenz teilzunehmen. Genauere Informationen zu den Redebeiträgen, Themen und Inhalten der können hier nachgelesen werden.

Das nächste EAICY Präsidium tagt am 30.9. und am 2.10. – jeweils einen Tag vor und nach der internationalen Konferenz in Vilnius.

25 Jahre EAICY – Europäische Verständigung nicht nur in der EU

Am 10. November feierte die Organisation EAICY ihr 25-jähriges Jubiläum in Vilnius. Die Abkürzung steht für European Association of Institutions of Non-formal Education of Children and Youth. Der Name ist sperrig, aber die Ziele sind klar. Über Grenzen hinweg soll non-formale Bildung, in Deutschland sagen wir oft außerschulische Bildung gefördert werden. Zur non-formalen Bildung zählen wir in diesem Kontext fast alles was außerhalb der Schule am Nachmittag in Gruppen gemacht wird. Dabei sind die Kontakte über die Grenzen der EU hinaus für alle sehr wichtig. Mitglieder der Organisation sind Einrichtungen aus Georgien, Lettland, Litauen, Weißrussland, Russland, der Ukraine, Polen, Frankreich, Tschechien, der Slowakei, den Niederlanden, Kasachstan, der Republik Südafrika und Deutschland. Viele der Mitgliedsorganisationen sind Jugendkulturhäuser. Sie bieten ein sehr breitgefächertes Nachmittagsangebot für Kinder und Jugendliche an. Vorstellen kann man sie sich als einen Mix aus Musikschule, Sportverein und soziokulturellem Zentrum.

In den 1990er Jahren war es für die Länder sehr wichtig dieses Netz untereinander zu entwickeln und auch sich gegenseitig auch bei der Transformation der Einrichtungen in die neuen Gesellschaftssysteme zu unterstützen. Heute ist das Netz vor allem dazu da, verlässliche Projektpartner zu haben, mit denen man immer wieder gut zusammen arbeiten kann. Unsere letzten Projekte mit Organisationen, die auch in EAICY Mitglied sind, waren im Sommer 2016 die polnisch-griechisch-deutsche Tanz/Theaterbegegnung sowie die deutsch-tschechische Jugendbegegnung im Herbst 2016. Am Rande der Konferenz “Global Challanges for Education” in Vilnius feierte die EAICY ihr 25-jähriges bestehen mit einem festlichen Abendessen.