Inhalt trifft Form: Multilaterales Fachkräftetraining zu partizipativer Jugendarbeit

Was verstehen wir unter partizipativer Jugendarbeit? Was braucht es dafür und was ist der Mehrwert? Und wie können wir partizipatives Arbeiten in unseren Alltag integrieren? Beim multilateralen Fachkräftetraining „Let Youth Take Control“, welches vom 17. bis 22. November 2019 in Naunhof bei Leipzig stattfand, wurden einige Definitionen erarbeitet und weitere Kooperationsprojekte angestoßen.

“Wir sind uns darüber im Klaren, dass Partizipation von jedem und jeder hier anders verstanden wird. Darum suchen wir nach den gemeinsamen Anknüpfungspunkten“, so Jenna aus Virrat, Finnland und Teilnehmerin beim multilateralen Fachkräftetraining „Let Youth Take Control“. Insgesamt 28 Lehrerinnen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, ehrenamtliche Jugendgruppenleiterinnen und Jugendgruppenleiter sowie Projektkoordinierende aus Portugal, Spanien, Frankreich, Deutschland, Polen, Finnland, Griechenland und Malta beschäftigten sich bei “Let Youth Take Control” mit den Möglichkeiten der partizipativen Gestaltung von internationaler und lokaler Jugendarbeit. Dazu glichen sie zu Beginn die eigenen Vorstellungen und Definitionen von Partizipation ab.

Folgende Definition von Partizipation haben die Teilnehmenden in Gruppen erarbeitet: „Partizipation ist ein gemeinsamer Prozess, bei der die Beteiligten freiwillig an einer Sache auf ein Ziel hinarbeiten. Dieser Prozess ist charakterisiert durch Eigeninitiative, Entscheidungsfindung, Kreativität, Zusammenarbeit und Vertrauen. Durch diesen Prozess werden die Beziehungen in der Gruppe gestärkt, der Prozess macht Spaß und geht mit unterschiedlichen Lernerfahrungen einher. Er bringt Veränderungen, Innovationen, neue Ideen und Problemlösungen mit sich.“

Wie integrieren wir Partizipation in unsere tägliche Arbeit?

Im nächsten Schritt sollte es darum gehen, den Jugendlichen, mit denen die Teilnehmenden des Trainings täglich zu tun haben, Partizipation zu ermöglichen. „All die Jahre haben wir uns auf das Ergebnis, die internationale Jugendbegegnung konzentriert. Doch wäre es für mich viel interessanter, den Fokus auf den Entstehungsprozess zu legen und die Jugendlichen darin einzubinden. Ich bin überzeugt, dass auf diese Weise die Jugendbegegnung viel nachhaltiger wird“, fasst Smaro aus Thessaloniki, Griechenland, ihre Intensionen zur Entwicklung partizipativer Projekte zusammen.

In einem Open Space fanden sich Arbeitsgruppen, die gemeinsam Projekte zu ihren konkreten Anliegen entwickelten.

Entstanden sind

  • eine Kooperation, die in einem weiteren Fachkräfteseminar in Malta Projekte zu lokaler partizipativer Jugendarbeit entwickeln wird;
  • eine Kooperation aus Portugal, Finnland, Polen, Griechenland und Deutschland, die in einer Strategischen Partnerschaft Best Practice von internationaler partizipativer Jugendarbeit austauschen will und das anhand der bestehenden Projekte „Star of Europe“ aus Finnland und „wir weit weg“ aus Deutschland;
  • und eine Kooperation aus Griechenland und Finnland, die eine partizipative internationale Jugendbegegnung entwickeln will.

Grenzen und Chancen von Partizipation

Problematisch sahen einige Teilnehmende die unterschiedlichen Auffassungen von Partizipation, die sie in ihren Herkunftsländern vorfinden und so auch bei den Nationalagenturen, wenn es darum geht, gemeinsam mit anderen Ländern internationale Austauschprojekte zu machen. So fragte sich Jenna: „Wie können wir zusammen Projekte entwickeln, wenn die Entscheidungen über die Projektanträge bei den Nationalagenturen liegen, die in jedem Land andere Ansprüche haben und andere Regeln vorgeben?“

Diese Hürden zu thematisieren und vielleicht ein Stück weit aus dem Weg zu räumen, haben sich die oben genannten entstandenen Kooperationen zur Aufgabe gemacht. Insgesamt zeigten sich die Teilnehmenden jedoch sehr angetan vom partizipativen Arbeiten als solchem: „Wir haben im Prinzip auf zwei Ebenen gearbeitet. Wir haben inhaltlich über Partizipation gesprochen, durch die Form des Open Space haben wir aber gleichzeitig auch eine Methode von Partizipation erlebt und kennengelernt. Das war großartig“, so Camille aus Paris, Frankreich.

Das multilaterale Fachkräftetraining “Let Youth Take Control” wurde gefördert von Erasmus+ JUGEND IN AKTION.

 

Fünf Jahre wir weit weg – das war die Geburtstagsfeier

Am 19. November trafen 120 ehemalige und aktuelle Projektbeteiligte von wir weit weg auf der „Fünf Jahre wir weit weg‘“-Geburtstagsparty zusammen. Sie tauschten sich darüber aus, welchen Mehrwert das Projekt und die internationalen Jugendbegegnungen für sie hatte und dachten über die zukünftige Entwicklung nach. Allen gemeinsam war die Faszination darüber, welchen Umfang wir weit weg mittlerweile hat.

„Es ist beeindruckend zu sehen, was alles an dem Projekt dranhängt, wie viele Menschen. Man glaubt das ja gar nicht, an der eigenen Schule ist es halt die kleine Gruppe von Schülerinnen und Schülern und die beiden Coaches“, zeigte sich Liska, wir weit weg-Teilnehmende der Diesterweg-Oberschule Chemnitz, begeistert von der Veranstaltung.

Wie prägend und zuträglich Erfahrungen in der internationalen Jugendarbeit für die berufliche Laufbahn sein können, machte Albert Klein-Reinhardt, Referent für Europäische und internationale Jugendpolitik im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, am eigenen Beispiel fest: „Als ich mich innerhalb des Ministeriums auf die Stelle beworben habe, die ich jetzt ausfülle, wurde ich unter anderem gefragt, was ich denn an Kenntnissen und Erfahrungen im Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendhilfe mitbrächte. Da ich kein Jurist bin, erwähnte ich unter anderem, dass ich früher internationale Jugendbegegnungen organisiert und geleitet habe. Wie man heute sieht, wurde entschieden, dass ich der Richtige für diese Stelle sei.“

Fünf Jahre, 120 Jugendliche, sieben Oberschulen, 13 internationale Jugendbegegnungen

Seit Projektbeginn 2014 haben etwa 120 Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren an fünf Leipziger Oberschulen, einer Oberschule in Chemnitz und an der Oberschule Frohburg insgesamt acht internationale Jugendbegegnungen im Ausland entwickelt und durchgeführt. Dazu gab es fünf Rückbegegnungen in Deutschland. Unterstützung bei der Organisation erhielten die Jugendlichen durch jeweils zwei ehrenamtliche Jugendgruppenleiterinnen und Jugendgruppenleiter (die Coaches International) und die hauptamtliche Projektkoordination der KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V.

Bei einer internationalen Jugendbegegnung treffen sich Gruppen von Jugendlichen aus mindestens zwei Ländern für etwa zehn Tage, um gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten. „Fast Feet Slow Food“ war eine der internationalen Jugendbegegnungen, die im Rahmen von wir weit weg entstanden ist. Sie fand 2018 in Griechenland statt, die Rückbegegnung führten die Jugendlichen zusammen mit ihren beiden Coaches 2019 in Leipzig durch. Thematisch drehte sich alles um gesunden Lebensstil, Ernährung und Sport.

„Die Zeit in der internationalen Gruppe hat mich sehr geprägt. Ich war sonst in so größeren Gruppen immer eher zurückhaltend am Anfang. Das Projekt hat mich mutiger gemacht. Später würde ich auch gern als Coach tätig sein“, beschreibt Maja Schreiber, Schülerin an der Helmholtz-Oberschule Leipzig, ihre Erfahrungen, die sie während der Teilnahme am Projekt wir weit weg von 2017-2019 gemacht hat.

„Das Beste: Dieses Projekt ist ein Selbstläufer“

„Wir sind sehr froh und glücklich, dass das Projekt an unserer Schule ist und dass wir so den Schülerinnen und Schülern ermöglichen können, ins Ausland zu reisen, Leute kennenzulernen, die sie auf einer Urlaubsreise nicht kennengelernt hätten, dass sie die Reisen selbst organisieren und ihre Teilnahme vom eigenen Engagement und nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängt“, fasst es Frau Noseck, Schulleiterin an der Helmholtz-Oberschule Leipzig zusammen.

Henrik Starke, Schulleiter der 56. Oberschule Leipzig ergänzt: „Das Beste an dem Projekt ist, dass die Schule damit fast nichts zu tun hat. Wir öffnen die Türen, stellen den Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern her und stellen die Räumlichkeiten. Ansonsten ist das Projekt ein Selbstläufer.“

Dieser Faktor ist beiden wichtig, wenn es für Träger der außerschulischen Jugendarbeit darum geht, mit Schulen zusammenzuarbeiten. Lehrerinnen und Lehrer sowie Schulleitungen haben im Schulalltag wenig Zeit, sich um zusätzliche Angebote an ihren Schulen zu kümmern. Wenn ein Projekt für das Ganztagsangebot dann nahezu „von allein“ läuft, ist das für eine Kooperation sehr zuträglich.

Ein weiterer wichtiger Punkt für das Gelingen des Projekts ist die Rolle der Coaches. An der Schnittstelle zwischen den jugendlichen Teilnehmenden und der Projektkoordination sind sie mit der direkten Projektumsetzung betraut. Eine gute Beziehung zu den Jugendlichen ist das A und O, wie Janina Rüther es beschreibt, die Coach an der Diesterweg-Oberschule Chemnitz war: „Das Spannende daran war, dass wir, die Coaches, eine Autorität gegenüber den Jugendlichen hatten, aber trotzdem ihre Freunde waren. Ich kann dieses Projekt daher jedem weiterempfehlen, der auch so einen guten Einblick in internationale Jugendarbeit gewinnen will.“

Ein Ansatz, der Verbreitung finden soll

Auch anwesend beim fünfjährigen Jubiläum des Projekts waren Partnerorganisationen aus sieben Ländern. Aneta Dawidziuk von der Associação Spin in Lissabon, Portugal, zeigte sich sehr begeistert vom wir weit weg-Ansatz. Ihre Organisation war Partner bei einer internationalen Jugendbegegnung, die 2017 bis 2018 im Rahmen von wir weit weg entstanden war: „Wir haben unsere Jugendlichen aus der Nachbarschaft ins Projekt integriert. Sie leben oft unter erschwerten Bedingungen, haben es nicht so leicht. Viele von ihnen saßen noch nie in einem Flugzeug, hatten ihren Heimatort noch nie verlassen. Die Wirkung auf sie war unglaublich. Da waren Leute dabei, die sich noch nie für irgendetwas Gesellschaftspolitisches interessiert haben. Sie kamen zurück und wollten plötzlich in ihrer Nachbarschaft aktiv werden.“

Im Nachgang der Geburtstagsfeier wollen Organisationen aus Portugal, Finnland, Griechenland und Polen nun eine Strategische Partnerschaft entwickeln, um sich intensiver zu Best Practices der partizipativen internationalen Jugendarbeit am Beispiel von wir weit weg auszutauschen.

Die Finanzierung ist eine der wichtigsten Gelingensbedingungen für wir weit weg

Damit ein solches Projekt wie wir weit weg, welches maßgeblich von einem Träger der außerschulischen Jugendarbeit koordiniert und durchgeführt wird, langfristig und erfolgreich funktionieren kann, braucht es vor allem eines: strukturelle Förderung durch verlässliche Finanzierung. Dies legt vor allem die wissenschaftliche Evaluation durch die Medienkompetenz- und Aneignungsforschung dar, als es um die Gelingensbedingungen des Projekts ging: „Im Hinblick auf die Projektumsetzung ergab die Auswertung, dass der inhaltlichen sowie organisatorischen Vorbereitung der Gruppentreffen und des Programms bei der Jugendbegegnung eine entscheidende Rolle zukommt. Daher sollten bei der Planung des Projektes genügend zeitliche und finanzielle Ressourcen eingeplant werden, um alle Projektinhalte, mit Blick auf die Bedürfnisse der Zielgruppe, inhaltlich sowie didaktisch gestalten zu können“, so Julia Nickel und Jasmin Röder im Auswertungsbericht zur Evaluation des Projekts.

Dass durch die Coaches viel ehrenamtliche Arbeit geleistet wird, ist klar. Ohne dieses Engagement wäre das Projekt auch nicht möglich. Jedoch wäre es aus rein ehrenamtlicher Kraft nicht zu stemmen, wie auch Bernd Böttcher von der Initiative Austausch macht Schule darlegt: „Hochachtung vor dem Anteil an ehrenamtlichem Engagement, der bereits jetzt im Projekt steckt. Ich halte es für schwierig, eine anhaltend hohe Qualität bei drastischer Kostensenkung bieten zu wollen. Das wird nicht funktionieren und müsste am Ende durch viel unbezahlte Arbeit kompensiert werden.“

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter: https://wirweitweg.org

Das Projekt wir weit weg wird gefördert vom Amt für Jugend, Familie und Bildung der Stadt Leipzig, dem Innovationsfonds des Kinder- und Jugendplan des Bundes (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend), sowie der Robert Bosch Stiftung. Die meisten im Projekt entstehenden internationalen Jugendbegegnungen werden gefördert von Erasmus+ JUGEND IN AKTION.

Fünf Jahre wir weit weg – Erfolgreiche Internationale Jugendarbeit an sieben Oberschulen

Das Projekt der internationalen Jugendarbeit wir weit weg wird fünf Jahre alt. Am 19. November 2019 findet die Geburtstagsfeier von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr in der vdi – GaraGe in Leipzig statt. Mit dabei: über 100 Projektbeteiligte aus Deutschland und sieben europäischen Partnerländern, Förderer sowie Vertreter*innen von Schulen und Stadtverwaltung.

„Portugal war super. Ich habe mit meiner Mama gesprochen. Ich will jetzt das Abitur machen. Danach bin ich 18 und dann will ich einen Volunteer machen. Am liebsten dort in Lissabon“, berichtete Maja, damals 15 Jahre alt, begeistert. Sie war 2017 bis 2019 Teilnehmerin des wir weit weg-Projekts und hat, zusammen mit acht weiteren Mitschülerinnen und Mitschülern der Helmholtz-Oberschule Leipzig eine internationale Jugendbegegnung entwickelt und 2018 in Portugal durchgeführt.

Fünf Jahre, 120 Jugendliche, sieben Oberschulen, 13 internationale Jugendbegegnungen

Seit Projektbeginn 2014 haben etwa 120 Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren an fünf Leipziger Oberschulen, einer Oberschule in Chemnitz und an der Oberschule Frohburg insgesamt acht internationale Jugendbegegnungen im Ausland entwickelt und durchgeführt. Dazu gab es fünf Rückbegegnungen in Deutschland. Unterstützung bei der Organisation erhielten die Jugendlichen durch jeweils zwei ehrenamtliche Jugendgruppenleiter*innen und die hauptamtliche Projektkoordination der KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V.

Bei einer internationalen Jugendbegegnung treffen sich Gruppen von Jugendlichen aus mindestens zwei Ländern für etwa zehn Tage, um gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten. „Fast Feet Slow Food“ war eine der internationalen Jugendbegegnungen, die im Rahmen von wir weit weg entstanden ist. Sie fand 2018 in Griechenland statt, die Rückbegegnung führten die Jugendlichen zusammen mit ihren beiden Coaches 2019 in Leipzig durch. Thematisch drehte sich alles um gesunden Lebensstil, Ernährung und Sport.

„Wir erreichen mit wir weit weg eine unterrepräsentierte Zielgruppe“

„Das Projekt wir weit weg zeigt seit fünf Jahren, dass es möglich ist, mit internationaler Jugendarbeit Jugendliche zu erreichen, die nicht das Abitur anstreben. Diese Zielgruppe ist in dem Feld bisher unterrepräsentiert“, so Christian Schmidt-Rost, Projektleiter der Internationalen Jugendarbeit bei der KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V. „Ausschlaggebend für den Projekterfolg ist die Kooperation von Schule und Trägern der außerschulischen Jugendbildung, die kontinuierliche Arbeit mit der Gruppe über einen längeren Zeitraum und die Möglichkeit, dass die Jugendlichen viele Entscheidungen selbst treffen. Sie wählen zum Beispiel das Zielland selbst und auch das Thema und das Programm gestalten sie“, so Christian Schmidt-Rost weiter.

Die Jugendlichen nehmen aus dem Projekt wir weit weg ein gestärktes Selbstwertgefühl mit, verbessern ihre Fremdsprachen- und Projektmanagement-Kenntnisse, machen zum Teil ihre erste Auslandserfahrung, bauen Vorurteile ab. Die ehrenamtlichen Coaches – meist Studierende – sammeln wertvolle Berufserfahrungen. Für die Schulen bedeutet das Projekt die Erweiterung ihres Ganztagsangebots und eine Internationalisierung des Schulalltags.

Am 19. November blicken wir auf all die Errungenschaften zurück und werfen auch einen Blick nach vorn – denn das ist für all die Beteiligten klar: Das Projekt muss weitergeführt werden und es sollen noch viele Jugendliche davon profitieren.

Sander – our new volunteer from Norway

Who am I?

Hello, my name is Sander and I am 19 year old boy from Norway. I am currently in Leipzig to take part in a ESC-project that evolves around working in the Kindervereinigung. I am going to stay here for the next year, and I thought it would be nice to introduce myself to all of you to get a better understanding of who I am.

What did I do before I came to Leipzig?

I just finished highschool in Norway this summer, and this will be my first year of doing something else than attending school. For a long time I thought about going abroad, and Germany was one of the countries I considered going to. I had german as a subject in school for 5 years, and in those 5 years I learned about german culture, the country´s history, and also about the language. To be honest, I did find it hard to learn the german language through only studying it, and I therefore only have basic german-skills. That´s why I hope to learn the language better through this project, and the dream would be to become more or less fluent in german.

What are my tasks?

I have some different tasks I can do at my workplace, and my working days has so far been different and flexible, which I like. I have been at different meetings, I have gone with the Spielmobile several times, and it is amazing to see how both kids and their parents can come to play for free and also make new contacts and friends. My colleagues are also really nice, and even though I try to speak german most of the time, I also have the opportunity to speak english if there is something I don´t understand in German. I have also learned that if a german person tell me they can´t speak english, they are most likely lying or not so confident in it, because most germans speak really good english and has a good vocabulary.

Why did I choose Leipzig?

My honest answer to this question is that I don´t know. When I was looking for a project, I only knew that I wanted it to be in Germany, and I would also love to work with kids in one way or another. I had also heard some great stuff about München, but I had never been in Germany before, and I did not have special relationship to the country or any specific cities in mind. Once I started looking for projects, there were not many projects available in München, and I therefore started to look at other cities. When I saw that they were looking for several volunteers in Leipzig for projects that seemed interesting, I immideatly figured out I had to find out more about the city. I started reading about the city, and I saw that it was quite a big city with a lot to offer, so I decided to apply for the project.

Why did I want to go abroad?

I come from a really small Norwegian city called Harstad (with about 25.000 people living there). I have lived there my whole life, and with the exception of a 3-week long language course in the UK and a few holidays in Southern Europe, I can´t really say that I have travelled a whole lot. I wanted to change that, and I wanted to travel and hopefully learn a new language or two before I eventually started my studies. I also wanted to explore a bigger city and a new country, and I therefore thought Leipzig and Germany maybe could offer me that.

Where do I live?

I currently live in ´´Die VILLA´´, which is a socio-cultural center that among other things hosts language-evenings, open stages, language-courses for immigrants and more. I share a flat with 6 other volunteers, and it has so far been a great experience. I have to learn new things as cooking dinner for myself, washing my own clothes aswell as living with other people and respecting their privacy. I also have to keep control of my own econmy, something I find a bit scary, but also really fun and interesting. These are all important things you don´t really learn in school, and I feel like it has been really rewarding. I also like the fact that I live with others, because I have the opportunity to always do something. If I feel like getting a coffee, going to the cinema or just go for a stroll in the city, I can always ask some of my flat-mates.

„Man sollte sich immer ein eigenes Bild erstellen“ – über die trilaterale Jugendbegegnung „Youngster Power“

Jugendliche zwischen dreizehn und siebzehn Jahren aus Serbien, Deutschland und Belgien trafen sich vom 9. bis 16. Juli 2019 in den Bergen im Norden Serbiens (Stražilovo) und in der Stadt Šabac. Sie beschäftigten sich mit den Themen „Youth Activism“, „Cultural Diversity“ und „Gender Equality“.

„Wenn ich an Serbien denke, schießen mir viele Bilder durch den Kopf. Mir kommen die schönen Abende, die wir als Gruppe auf dem Berg verbracht haben in den Kopf, ich erinnere mich an die schöne Zeit und die netten Leute und vermisse sie direkt“, erzählt Farag, 17 Jahre, der an der trilateralen Jugendbegegnung „Youngster Power“ teilgenommen hat.

Bei der internationalen Jugendbegegnung wurden verschiedene Methoden der non-formalen Bildung genutzt und es gab vier Workshops – Fotografie, Video, Musik und Theater –, in denen sich die Jugendlichen kreativ mit den Themen der Begegnung auseinandersetzten. Die Theatergruppe hat verschiedene szenische Darstellungen zu „Diskriminierung aufgrund von Geschlechterrollen“ erarbeitet. Die Musikgruppe hat ein Lied über kulturelle Vielfalt und Zwischenmenschlichkeit mit dreisprachigen Strophen und englischem Chorus geschrieben und in Begleitung von selbstgebastelten Percussion-Instrumenten einstudiert. Der Fotoworkshop hat eine Ausstellung zusammengestellt. Die Teilnehmenden haben dafür ihre Umgebung und die Menschen fotografisch festgehalten, um kulturelle Vielfalt in Šabac einzufangen und zudem selber Bilder inszeniert und fotografiert zum Thema „Geschlechter und Diskriminierung“. Die Ergebnisse der Workshops wurden vor der gesamten Gruppe und vor Freund*innen und Kolleg*innen des Partnervereins präsentiert. Die Jugendlichen konnten das Publikum beeindrucken und bewegen.

Das intensive und kreative Miteinander hat die Jugendlichen zusammengeschweißt und zu vielfältigem Austausch angeregt – das bestätigt auch Farag: „Ich habe in Serbien viele Sachen gelernt, viele Leute kennengelernt und mich selbst. Ich habe in mir Sachen entdeckt, die ich früher so nicht kannte und ich war von mir positiv überrascht, dass ich fremde Leute so schnell akzeptieren konnte und sie innerhalb von ein paar Tagen große Bedeutung für mich bekommen haben. Ich habe daraus gelernt, dass man niemals an irgendwelche Gerüchte über andere glauben sollte, man sollte sich immer ein eigenes Bild erstellen, indem man selber Erfahrung sammelt und man wird schnell feststellen, dass die Gerüchte nicht stimmen.“

Zum Abschluss wurde gemeinsam auf die Woche zurückgeblickt und reflektiert, um dann mit neuen Erkenntnissen in die Zukunft zu denken. Den letzten Nachmittag haben die Jugendlichen damit verbracht, eine Rückbegegnung nächstes Jahr in Belgien zu planen. Mit allem, was sie in der Woche erlebt und gelernt haben, konnten sie gemeinsam über ein Thema, Workshops und ein Programm für diese zweite Jugendbegegnung abstimmen. Der erste Schritt ist damit getan und mit der Unterstützung der Teamer*innen werden die Jugendlichen weiter an der Planung und Umsetzung der Rückbegegnung beteiligt sein. Letztlich entscheiden die Jugendlichen selbst, ob und wie ein Wiedersehen in Belgien stattfindet. „Solche Begegnungen würde ich auf jeden Fall weiterempfehlen, denn es ist eine einmalige Chance, neue Freunde zu treffen, die einen eine Woche lang begleiten und mit denen man nach dieser Woche ein neues Wiedersehen suchen will. Dennoch gab es etwas sehr Schlimmes für mich an dieser Reise – und zwar der traurige Abschied“, so Farag.

Text: Fina Wiese und Farag Ghassali