Die Fachstelle wird Kompetenzzentrum

Die Fachstelle Internationale Jugendarbeit ist ab sofort Kompetenzzentrum für Internationale Jugendarbeit und non-formale Bildung. Als dieses wollen wir uns weiterentwickeln, unsere Tätigkeitsfelder aus- und noch nachhaltigere Strukturen für unsere Arbeit aufbauen.

Dazu haben wir sechs strategische Tätigkeitsfelder identifiziert:

  • Skalierung von wir weit weg: Wir wollen noch mehr Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren, die einen Haupt- oder Realschulabschluss anstreben, mit unserem Angebot erreichen;
  • Digitalisierung und virtueller (Jugend-)Austausch;
  • Weiterbildung und Qualifizierung Ehrenamtlicher;
  • Anerkennung non-formal erworbener Kompetenzen;
  • Zusammenarbeit von formaler und non-formaler Bildung auf Augenhöhe;
  • Beratung zu Projekten an der Schnittstelle zwischen schulischer und außerschulischer Bildung.

End global warming! Eine trilaterale Jugendbegegnung in Finnland

Hallo an alle, hier ist Sander!

Ich bin gerade zurück nach Leipzig gekommen, nach ein paar Tagen in Finnland, wo wir ein Projekt über Klimaschutz hatten, wo ich teilgenommen habe. Es war eine sehr schöne Erfahrung, und ich glaube, dass was wir gemachen haben, kann ich euch auf unser Website erzählen.

Am dritten Januar, habe ich und die anderen deutschen Teilnehmenden unsere Reise nach Tampere, Finnland gestartet. Unsere Startpunkte waren Hauptbahnhof Leipzig, wo wir mit dem Bus nach Berlin Tegel gefahren sind. In Berlin Flughafen haben wir ein bisschen gewartet, bevor wir unseren Flug nach Finnland antraten. Von dem Flughafen in Helsinki sind wir mit einem Bus nach Tampere gefahren, und nach zwei Stunden in dem Bus waren wir in Tampere. Wir sind in der Nacht angekommen, und wir waren alle ganz müde, und alle sind schnell schlafen gegangen.

Zum Glück, haben wir am nächsten Tag erst um 13:00 Uhr angefangen, so konnten alle lange schlafen. Nach schlafen und essen waren wir alle bereit für das Projekt, und weil wir viele Teilnehmende aus verschiedenen Ländern waren, haben wir viele Namensspiele gespielt. Der Ort, an dem wir zum ersten Mal übernachteten, lag etwas außerhalb der Stadt. Der Ort hatte viel schöne Natur, und zu unserer Freude gab es auch Schnee!
An dieser Stelle befand sich auch eine Sauna direkt am See. Die Teilnehmenden, die das mochten, konnten fast jeden Tag in die Sauna gehen, und viele Leute haben die Sauna benutzt. Die tapfersten konnten sich sogar in den See eintauchen, bevor sie wieder in die Sauna liefen.

Wir hatten auch unserer kulturellen Abende an diesem Ort, und jedes Land hatte jeweils einen Abend, um über ihr Land zu erzählen. Jeder machte die Präsentation anders, und es gab uns die Möglichkeit, mehr über das Land des anderen zu lernen. Mit den kulturellen Abenden folgte auch traditionelles Essen, und es war aufregend und lustig, traditionelles Essen aus verschiedenen Ländern zu probieren.

Was ich, als ein Norweger, ein bisschen komisch fand, war das Essen. In Norwegen ist es ganz normal, Mittag um 16:00-17:00 Uhr zu essen. Die Teilnehmenden aus Finnland erzählten mir, dass es auch normal in Finnland ist, und in dem Projekt hatten wir essen um 17:00 Uhr. Es war auch immer eine vegetarische und vegane Optionen, für die Leute die kein  Fleisch essen, und alle waren glücklich.

Vegetarisches Essen war auch ein wichtiges Thema in dem Projekt, und wir haben viel darüber gesprochen, wie schlecht Fleisch-produktion für die Welt ist. Ein anderes wichtiges Thema in dem Projekt war fast-fashion, Recycling, Lebensmittelverschwendung, Plastik und klimafreundliches Reisen. Wir haben viel über diese verschiedenen Themen gelernt, und die Themen waren auch ein wichtiger Teil auf unser Veranstaltung, die wir am letzten Tag in Tampere machen sollten.

Die Teilnehmer teilten sich in Gruppen auf, in denen sie wählen konnten, wie sie arbeiten wollten. Eine Gruppe drehte einen Film über Plastik und Recycling, andere schrieben über die Klimasituation in Griechenland, Deutschland und Finnland, während einige ein Quiz machten, um diejenigen herauszufordern, die beschlossen, zu unserer Veranstaltung zu kommen.

Ein paar Tage vor unserer Veranstaltung, sind wir ins Stadt-Zentrum von Tampere gefahren, wo wir in einem Hostel wohnten. Es war sehr schön, und wir waren zentral gelegen, mit kurzer Entfernung zum Jugendzentrum und den Geschäften. An unserem ersten Tag hatten wir viel Freizeit, und es war eine schöne Gelegenheit zu shoppen.

Ein Ding fand ich echt cool, dass wir früher im Projekt über fast-fashion gesprochen haben, und, dass die Kleider-Industrie sehr schlecht für das Klima ist. Viele Leute hatten niemals früher einen Second-Hand-Shop besucht, aber wir fanden einen in Tampere, und fast alle Leute waren in dem Laden, und viele Teilnehmende kauften neue Klamotten für einen günstigen Preis.

An unserem letzten Tag hatten wir die Veranstaltung, die wirklich gut lief! Viele Jugendliche aus Tampere und der Jugendrat von Tampere waren angereist. Jede Gruppe präsentierte ihre Arbeit und es war wirklich cool zu sehen, wie viel sie gelernt hatten und wie kreativ sie mit ihren verschiedenen Beiträgen waren. Wie bereits erwähnt, machten einige Gruppen ein Video, andere ein Quiz, und wir sammelten alle Plastik, die wir an diesem Tag verwendeten, für die Veranstaltung, und legten alles in die Mitte des Bodens. Viele Jugendliche fanden die Menge an Plastik schockierend und es war eine schöne Erinnerung daran, wie viel unnötiges Plastik wir in unserem täglichen Leben verwenden.

Nach der Veranstaltung versammelten sich alle Leiter und Teilnehmer zu einem Treffen über den Ablauf. Es war ziemlich klar, dass die Teilnehmer den Jugendaustausch mochten und dass sie einen neuen machen wollten, so dass alle Leiter den Raum verließen und die Teilnehmer dann 30 Minuten Zeit hatten, einen neuen Jugendaustausch für sich zu entwerfen. Als wir zurückkamen, hatten sie wirklich gute Arbeit geleistet, und Liisa (die Leiterin des gesamten Projekts) sagte, dass sie versuchen würde, sich für eine neue zu bewerben, und das zur Aufregung vieler! Danach setzten wir uns alle in einen großen Kreis, und jeder hatte die Gelegenheit, über etwas zu erzählen, was er gelernt hatte. Die Youthpasses wurden auch ausgegeben, und am Ende bekamen wir alle ein Blatt Papier, die wir auf unserem Stuhl liegen lassen konnten, und die Leute konnten sich dann gegenseitig etwas Nettes schreiben.

Nach unserem Treffen, war das Einzige bevor wir abfuhren, unser Abschiedsparty. Es war auch im finnischen Jugendzentrum, und die Leute konnten machen was sie wollten. Manche haben getanzt, manche spielten Karten, manche spielten Billard und manche redeten nur. Es gab auch Snacks und Saft für diejenigen, die wollten, und es war eine schöne Möglichkeit, den großen Jugendaustauch zu beenden.

Unser Bus fuhr nachts um 03:00 Uhr von unserer Herberge ab, sodass diejenigen, die wollten, bis 01:30 Uhr im Jugendzentrum bleiben konnten, während diejenigen, die müde waren, zur Herberge gehen konnten, um etwas Schlaf zu finden. Wir alle kamen schließlich zum Hostel, packten unsere letzten Sachen und bereiteten uns darauf vor, uns von den Finnen zu verabschieden. Viele Leute fanden es herausfordernd, weil sie viele gute Freunde gefunden hatten, und es war amüsant zu sehen, wie gute Freundschaften wir während unseres Aufenthalts geschlossen hatten.

Schließlich fuhr uns unser Bus zum Flughafen, und am Flughafen trennten wir uns von den Griechen. Wir sind dann in Richtung Berlin geflogen und von Berlin aus mit dem Bus zurück zum Leipziger Hauptbahnhof gefahren, wo auch unsere Reise begann.

Ich muss sagen, dass dies vielleicht das Beste war, was ich in meinem ESC-Projekt gemacht habe. Es war eine erstaunliche Erfahrung, und ich habe viel Wissen gesammelt und viele neue Freundschaften geschlossen. Es ist eine Erfahrung, auf die ich nicht verzichten möchte, und ich bin wirklich dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, daran teilzunehmen.

Die trilaterale Jugendbegegnung “End Global Warming” ist im Rahmen des Projekts wir weit weg entstanden und fand vom 3.-12. Januar 2020 in Tampere, Finnland statt. Sie wurde finanziert durch Erasmus+ JUGEND IN AKTION.

Fünf internationale Jugendbegegnungen, ein Geburtstag, ein Fachkräftetraining und die Evaluation: das war 2019

Als Team der Internationalen Arbeit der KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V. brachten wir 2019 knapp 120 Jugendliche aus Leipzig und Chemnitz mit 70 Jugendlichen aus anderen europäischen Ländern zusammen. Wie schon für dieses Jahr wird unser guter Vorsatz für das kommende Jahr sein, weiterhin Jugendliche nachhaltig für internationale Jugendbegegnungen zu begeistern.

„Die Erfahrungen der Jugendbegegnung werden mir definitiv helfen, weil ich hab mein Englisch meines Erachtens recht verbessert. Ich meine wir haben das halt sehr viel gesprochen, genau, und man ist halt teamfähiger geworden. Und man hat halt auch mal eine andere Meinung gehört und nicht nur so von den Leuten, die man kennt, sondern auch so von den Fremden” – so fasste eine Teilnehmerin einer „wir weit weg“-Gruppe zusammen, was sie aus der internationalen Jugendbegegnung mitgenommen hat. Gemeinsam mit anderen Schülerinnen und Schülern ihrer Schule entwickelte sie von 2017 bis 2018 eine trilaterale Jugendbegegnung in Thessaloniki und die dazugehörige Rückbegegnung in Leipzig.

Insgesamt fanden 2019 vier Rückbegegnungen statt – drei davon waren aus dem wir weit weg-Projekt entstanden, eine gehörte in die Begegnungsreihe „Mein Bild, Dein Bild, Unser Bild“, die wir gemeinsam mit der Helmholtz-Oberschule durchführen. Die Jugendlichen aus Leipzig und Chemnitz empfingen ihre Freunde und Freundinnen aus Finnland, Frankreich, Griechenland, Polen und Portugal. Diesmal waren sie die Gastgeber und Gastgeberinnen. Gemeinsam beschäftigten sie sich mit Outdoor- und Sportaktivitäten, verständigten sich über Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Alltagskulturen, sprühten Graffitis (legal!), bemalten Beutel und T-Shirts. Die Chemnitzer Gruppe initiierte sogar eine Straßenkampagne in der Chemnitzer Innenstadt, um den dort Wohnenden die Idee von Interkulturalität und Europa näher zu bringen.

Außerdem standen eine trilaterale Jugendbegegnung in Serbien mit Jugendlichen aus Deutschland, Serbien und Belgien im Juli, unsere große wir weit weg-Geburtstagsfeier im November und das multilaterale Fachkräftetraining ebenfalls im November auf unserem Programm. Die wir weit weg-Projektphase 2017 bis 2019 wurde zudem vom Lehrstuhl für Medienkompetenz- und Aneignungsforschung der Uni Leipzig evaluiert mit dem, nun auch empirisch belegten, Ergebnis, dass das Projekt einen großen Mehrwert für alle Beteiligten darstellt. Auch aus der Evaluation zu erfahren sind wichtige Gelingensbedingungen für das Projekt, so dass andere Organisationen sich dort Inspiration und Rat suchen können, wenn sie selbst planen, wir weit weg in ihrem Kontext umzusetzen.

Ausblick 2020

Nächstes Jahr gibt uns die Finanzierung durch das Amt für Jugend, Familie und Bildung die Möglichkeit, die drei wir weit weg-Gruppen in Leipzig zu erhalten und zwei bis drei weitere offen ausgeschriebene Jugendbegegnungen zu organisieren. Wir werden voraussichtlich im Sommer unser Handbuch veröffentlichen, in dem beschrieben wird, wie man internationale Jugendbegegnungen partizipativ gestalten kann.

Auf Grund der auslaufenden Förderungen durch den Innovationsfonds des BMFSFJ und der Robert Bosch Stiftung werden wir ab 2020 nunmehr zu dritt im Büro sein – Christian Schmidt-Rost (Projektleiter), Babette Pohle (Öffentlichkeitsarbeit) und Sander Saksenvik (Europäischer Freiwilligendienstleistender aus Norwegen).

Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr!

So wünschen wir Ihnen/Euch auch dieses Jahr wieder frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr. Unseren Partnerorganisationen, Coaches, Teamenden, Förderern (Amt für Jugend, Familie und Bildung der Stadt Leipzig, Innovationsfonds des Kinder- und Jugendplans des BMFSFJ, Erasmus+ JUGEND IN AKTION, Robert Bosch Stiftung, Deutsch-Polnisches Jugendwerk, Deutsch-Französisches Jugendwerk, Landesdirektion Sachsen) und Unterstützerinnen und Unterstützern danken wir für die Zusammenarbeit und freuen uns auf kommende Kooperationen.

Möge Ihr/Euer kommendes Jahr ebenso vielfältig und reich an (internationalem) Austausch sein, wie es das unsere 2019 war und 2020 zu werden verspricht.

Herzlich, das Team Internationale Arbeit der KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V.:

Christian Schmidt-Rost, Anne Mühlich, Fina Wiese, Sander Saksenvik, Babette Pohle

Gäste aus der Ukraine

Text: Matthias Heinz (Geschäftsführer KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V.)

Vom 7. bis 10. Dezember besuchte eine Delegation unserer ukrainischen Partner, welche, wie die KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V. auch, Mitglied der europäischen Dachorganisation EAICY sind, Einrichtungen unseres Vereins. Teilnehmende waren eine Professorin der Akademie der Wissenschaften der Ukraine, der Direktor des staatlichen Zentrums für außerschulische Bildung der Ukraine, ein Vertreter des Bildungsministeriums des Landes und ein Vertreter einer außerschulischen Einrichtung.

Gemeinsam wurden Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit und Erfahrungen in der Methodik der Sozialarbeit in Kinder-und Jugendeinrichtungen ausgetauscht. In einer sehr anregenden Arbeitsgesprächsrunde informierten sich beide Seiten darüber hinaus über die Strukturen der Bildungs-und Jugendhilfesysteme der beiden Länder. Die ukrainischen Gäste waren sehr dankbar dafür, mit Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen unseres Vereins vor Ort ins Gespräch zu kommen.

Ein wichtiger Gesprächspunkt war die Gewinnung und Ausbildung von Fachkräften der sozialen Arbeit sowie ein anzustrebender Fachkräfteaustausch. Für den April 2020 wurde bereits jetzt ein Gegenbesuch einer kleinen Delegation unseres Vereins in Kiew abgesprochen, bei denen der begonnene Dialog und der Weg der Zusammenarbeit fortgesetzt werden sollen.

Neben der Bearbeitung der zahlreichen Arbeitsthemen und den Besuchen in Einrichtungen der KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V. blieb auch noch etwas Zeit, die Innenstadt von Leipzig mit Weihnachtsmarkt, das Völkerschlachtdenkmal und auch kulturelle sowie kulinarische Spezialitäten der Stadt Leipzig kennen zu lernen.

Für die Unterstützung bei der Realisierung des sehr erfolgreichen Besuches der ukrainischen Delegation möchten wir uns bei folgenden Kolleg*innen und Partnern der KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V. sehr herzlich bedanken:

Sylke Kirst (GS), Kristina Apitz (Kita „Kleine Füchse), Babette Pohle (Internationale Arbeit), Jacob Gloger (GS), Peter Wetzel (Vorstand), Christian Schmidt-Rost (Internationale Arbeit), Annegret Narr, Benjamin Schwarz (beide OS Paunsdorf), Jochen Janus (Kulturwerkstatt KAOS), der Schulleitung der OS Paunsdorf und dem Vorstand des Inspirata e.V.

Mehrwert und Gelingensbedingungen von wir weit weg: Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation (2018-2019)

Zwischen Oktober 2018 und Dezember 2019 wurde das Projekt wir weit weg durch den Lehrstuhl Medienkompetenz- und Aneignungsforschung der Universität Leipzig evaluiert. Die verschiedenen Akteursgruppen aus dem Durchgang 2017 bis 2019 – Teilnehmende, Coaches, Schulsozialarbeiter*innen und die Projektkoordination – wurden quantitativ und qualitativ zu ihren Erfahrungen aus dem Projekt befragt.

Insgesamt hatte, so ein Ergebnis der Evaluation, das Projekt für die Mehrheit der befragten Teilnehmenden (21 von 24) einen hohen Stellenwert und sie sind „stolz auf das Projektergebnis“.

Mehrwert für die Teilnehmenden

Neben den geringen Kosten für die teilnehmenden Jugendlichen stellten die Steigerung des Selbstvertrauens, der Ausbau von interkulturellen Kompetenzen, Team- und Kommunikationsfähigkeiten, der Abbau von Sprachbarrieren und neue Freundschaften den Mehrwert des Projekts für die Teilnehmenden dar. Einige von ihnen können sich nun vorstellen, ein Praktikum oder einen Freiwilligendienst im Ausland zu absolvieren oder selbst als Coach/Teamer*in aktiv zu werden.

„Also die Begegnung war für mich selber sehr UNVERGESSLICH. Es war eine der schönsten Zeiten, ich habe das Land kennengelernt, habe neue Persönlichkeiten kennengelernt, habe einfach Eindrücke von anderen Lebensweisen bekommen und habe auch ein bisschen GELERNT oder mal über mein Leben nachgedacht, weil es ist ja nun mal dort so ist, dass jetzt nicht jeder von denen ein Handy hatte und die haben sich das halt geteilt und sind trotzdem glücklich, da habe ich schon so nachgedacht, vielleicht brauche ich jetzt doch nicht unbedingt ein iPhone oder so” (Zitat Teilnehmerin).

Mehrwert für die Coaches

Auch die ehrenamtlichen Coaches zogen für sich viel Mehrwert aus dem Projekt. Neben persönlichen Kompetenzen wie Selbstvertrauen und Stressbewältigung nahmen sie Berufserfahrungen für die Arbeit mit (Jugend-)Gruppen, im Bereich Zeitmanagement und Kommunikation sowie in der Förderantragstellung mit.

„Ich habe viel gelernt darüber, wie es ist, vor Gruppen aufzutreten und gerade auf jeden Fall mein Selbstbewusstsein wurde dadurch gestärkt und ich habe auch das Gefühl, dass ich mir mehr zutraue auf jeden Fall. Ich glaube, ich bin entspannter geworden und muss nicht alles im Vorhinein durchgeplant haben, sondern habe gelernt, dass es auch gelingen kann, wenn es ein bisschen spontaner ist.“ (Zitat Coach*in)

Mehrwert für die Schulen

Für die Schulen ist es vor allem die Internationalisierung des Schulprofils sowie die Anschlussfähigkeit der im Projekt gesetzten Themen im Unterricht, die die Schulleitungen überzeugten, das Projekt bei sich anzugliedern. Außerdem sehen sie es als eine kostengünstige Möglichkeit für die Schülerinnen und Schüler ins Ausland zu gehen, die sie sich selbst erarbeiten:

„Ich war sehr erstaunt über dieses Angebot und ich denke, dass das eine recht einmalige Chance ist so etwas, ja, zu bekommen. Eine Gruppe, die sich selbst ein Ziel erarbeitet, sich intensiv selbst darauf vorbereitet und das insofern auch nicht einfach nur geschenkt kriegt, sondern daran arbeitet und sich auch die Reise ein stückweit verdient dadurch, aber dass eben so gut wie keine Kosten durch die Familien entstehen und die Schüler also diese Chance haben“ (Zitat Schulleitung).

Gelingensbedingungen

Um das Projekt wir weit weg in der eigenen Organisation umzusetzen, ist es hilfreich, die eigenen Ressourcen auf ein paar Gelingensbedingungen zu untersuchen. Die folgenden Gelingensbedingungen für die Projektumsetzung hat die wissenschaftliche Evaluation ergeben:

  • Finden von Schulen als Projektpartner
  • Auswahl qualifizierter Coaches
  • Motivation von Schüler*innen zur Teilnahme am Projekt
  • Sicherstellung der finanziellen Mittel zur Projektumsetzung
  • Finanzielle Ressourcen für Arbeitskräfte
  • Transparente Aufgaben- und Rollenerwartungen aller Projektbeteiligten und Konsens bezüglich deren Einhaltung
  • Feste Ansprechpartner*innen mit ausreichend Kapazitäten zur Lösungsfindung
  • Strukturierte und nachhaltige und transparente Kommunikation

Wenn dritte Organisationen zukünftig das Projekt bei sich umsetzen wollen, bieten wir ihnen an, sie mit unseren Erfahrungen aus den vergangenen fünf Jahren zu unterstützen.

Hier können Sie den vollständigen auswertungsbericht der Evaluation herunterladen:

Evaluation_wir weit weg_Auswertungsbericht

Kontakt

Mail: international@kv-leipzig.de

Telefon: 0341 92607353